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Theater mit Musik

Prinzessin Anna oder Wie man einen Helden findet

nach dem Bilderbuch von Susann Opel-Götz

Als der alte König in Rente geht, bekommt Prinzessin Annabel von ihm das halbe Königreich. Wieso nur das halbe? Annabel ist es gewohnt, nur das Beste, Größte und Schönste zu bekommen und nun soll sie sich mit einem halben Königreich zufriedengeben? Doch so und nicht anders ist es: die zweite Hälfte ist nämlich für den Helden bestimmt, der sie retten und heiraten wird. Doch erstens will Anna keinen Helden, und zweitens findet sie keinen! Weder Erbsenbrei noch Zwerge oder Froschküsse zaubern ihn herbei. Annabel fühlt sich selbst plötzlich ganz halbiert. Da entdeckt sie Jakob, den Puppenspieler, auf einer Wiese. Könnte der nicht ein Held für Anna sein?

Aus dieser schönen Geschichte soll ein Theater mit Musik entstehen. Mit einer kleinen Besetzung, spielbar in Jungen Opern ebenso wie am Theater.

Libretto: Wolfgang Adenberg
Musik: Jakob Vinje

Wenden Sie sich gerne an uns, falls Sie Interesse haben.

 

morendo oder Das Vergehen des Don Carlo Gesualdo

von Martin Zels

In einer Zeit, in der die barocke Mode schon machtvoll in der musikalischen Welt Italiens Einzug hielt, komponierte Carlo Gesualdo (1566-1613) noch immer im alten Stil der Renaissance, reizte aber darin seine Technik in kontrapunktischer und textlicher Hinsicht so weit aus, dass man sich beim Hören nicht selten an die klassische Moderne des 20. Jahrhunderts erinnert fühlt.
Doch Gesualdo fasziniert uns nicht nur durch seine gewagte und überirdisch schöne Musik, sondern als Verbrecher aus Leidenschaft. Nie wollte er etwas anderes machen als Musik. Und musste doch per Gesetz plötzlich sein, was er nicht wollte und nicht sein konnte: Fürst. Er heiratet, zeugt einen Thronfolger, versucht mehr schlecht als recht die Geschäfte zu führen. Und verzweifelt immer mehr daran, dass ihm für seine Musik keine Zeit bleibt. Als ihn seine Frau betrügt und ihn damit zum Gespött der Stadt macht, bricht seine mühsam zur Schau gestellte Fassade zusammen: Vom Wahnsinn getrieben tötet er sie und den vermeintlichen Liebhaber kaltblütig und verlangt von der Kammerdienerin auch den Sohn zu töten. „Wir sind, wer wir sein wollen“ ist der zentrale Satz dieses Stückes, das einen Menschen zeigt, der es nicht schafft, zu sein, wer er sein will und der daran so irre wird, dass er sich aus allen menschlichen Bezügen heraussetzt. In einer freien Phantasie über die historische Tragödie gelingt es Martin Zels die bis heute aktuelle Gratwanderung zwischen Sozialität und Individualismus, zwischen Willensfreiheit und Verantwortung präsent und atmosphärisch darzustellen. Gesualdos Lust an seiner eigenen Kreativtät kann uns dabei trotz seines menschlichen Scheiterns einen Weg weisen auf der Suche nach denjenigen, die wir sein wollen.
Die obligate Verwendung eines mehrstimmigen a capella Gesangs verschafft dabei atmosphärische Dichte und groß Nähe zur Innen- und Außenwelt des verzweifelten Carlo Gesualdo.

2 D - 2 H
ab 14 Jahren
Singstimmen und Demoaufnahme vorhanden
UA: frei