Theatertexte - Interner Bereich

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Stückempfehlung: "Kopf oder Zahl" von Katja Hensel

Christopher war einige Wochen im Jugendarrest - nicht an der Nordsee, wie er seiner neuen Klasse weismachen will. Er hat einen Jungen brutal zusammengeschlagen. Doch nun will er es besser machen, besser werden. Er strengt sich an und sagt sich von seinen ehemaligen Freunden los. Das friedliche, vorurteils- und gewaltfreie Miteinander der Kulturen wird sein neues Ideal.
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Kinderopern und zeitgenössisches Musiktheater für Kinder

Niklas Ramdohr: Pettersson und Findus

Oper Magdeburg, Fotograph: HL Boehme

Kinderoper nach Sven Nordqvist
Libretto: Holger Pototzki

Findus hat die Katzenschnauze voll! Seitdem Pettersson den Hahn Caruso vor dem Kochtopf seines Nachbarn gerettet hat, bleibt dem Kater keine ruhige Minute mehr. Caruso kräht ohne Unterlass und in den höchsten Tönen - und die Hühner haben sowieso nur noch Augen für das eitle Federvieh. Da fasst Findus einen tückischen Plan!
Diese Geschichte hat alles, was eine gute Oper braucht: Einen jugendlichen Helden, die große Intrige, echte Katharsis und ein bisschen Moral. In einer wunderbar abwechslungsreichen Opernbearbeitung erweisen Niclas Ramdohr und Holger Pototzki dem samtpfötigen Kater (mit Krallen!) alle Ehre. Durch eine gekonnte und farbenreiche Komposition und durch seine große rhythmische Vielseitigkeit lässt Niclas Ramdohr die kleine kammermusikalische Besetzung vergessen. Seine Musik transportiert überzeugend die Texte, die Holger Pototzki in ein stimmiges und temporeiches Libretto gefasst hat. Die Übergänge zwischen gesungenem und gesprochenem Text sind fließend, und die Wahl der kompositorischen Mittel ist dem Imperativ der theatralischen Situation und den emotionalen Gegebenheiten von Kater & Co geschuldet. Dabei folgt Niclas Ramdohr der Idee der Leitmotivik, belässt dem Text seine Sprachverständlichkeit und verliert den Spaß an der Oper nie aus dem Auge und Ohr. So zieht er die Zuhörenden, Kinder wie Erwachsene, vom ersten Takt an in den Bann.  

Uraufführung: Oper Magdeburg
Zur Besetzung

 

Clemens Nachtmann: Das Buch von allen Dingen

Musiktheater für Kinder und Erwachsene
nach dem gleichnamigen Buch von Guus Kuijer
Libretto: Manfred Weiß

Thomas erkennt Dinge, die andere nicht sehen: Er sieht tropische Fische in den Grachten und wie schön Elisa mit dem Bein aus Leder ist. Er kann zu der Musik von Beethoven schweben, und er fühlt die Magie von Frau Van Amersfoort, die eine Hexe ist. Thomas schreibt alles auf, er schreibt sein "Buch von allen Dingen", damit er nichts vergisst. Denn Thomas hat ein Ziel: Er will glücklich werden. Thomas sieht sogar den Herrn Jesus, der ihm anbietet, ihn einfach nur Jesus zu nennen. Aber helfen kann ihm Jesus anscheinend trotzdem nicht. Wenn Thomas? bigotter Vater zuschlägt, dann schluchzen die Engel im Himmel und die ganze Welt steht still vor Entsetzen. Das Glück fängt damit an, dass man keine Angst mehr hat, sagt Frau Van Amersfoort. Und deshalb beginnt Thomas mutig, dem Vater alle Plagen Ägyptens zu bereiten - und er bekommt dabei Hilfe.
"Guus Kuijer erzählt die Geschichte von Thomas, der eine unglückliche Kindheit hatte, ganz und gar unprätentiös. So selbstverständlich und bedingungslos scheint seine Erzählung zu sein, wie das einzige Ziel, das Thomas hat: glücklich zu werden. Was 'unerhört' ist, das Leid eines unglücklichen Kindes, vermag Guus Kuijer dabei in ein eindringliches Universum von Klängen zu verwandeln, das nach musikalischer Vergegenwärtigung geradezu verlangt. Das ?Buch von allen Dingen" ist ganz von Musik erfüllt und gibt im Gang der Erzählung von sich aus einen so deutlichen Rhythmus vor, dass sich eine konventionelle "Vertonung" verbietet. Denn die Frage, auf welche Weise "also tonmalerisch-nachahmend, quasi-rhetorisch, ausdeutend-charakterisierend oder konterkarierend" die Musik sich auf Text und Handlung bezieht, stellt sich erst gar nicht: die Komposition wird dem Buch folgen, sie wird es seiner Anlage entsprechend nicht vertonen, sondern zu sich selbst führen, es also musikalisieren." (Clemens Nachtmann)

Dieses Musiktheater entstand in Kooperation mit "indieoper e.V." und wurde ermöglicht durch eine Förderung der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung

Auszeichnungen der Romanvorlage: Gustav-Heinemann-Friedenspreis (2007), Deutscher Jugendliteraturpreis, Nominierung (2007), Die besten 7 Bücher für junge Leser (DeutschlandRadio / Focus) (2006), LUCHS DES JAHRES (DIE ZEIT / Radio Bremen) (2006), Goldener Griffel (NL) (2005)

GESAMTES MATERIAL ERHÄLTLICH AB 09/2012
ANSICHTSMATERIAL AUF ANFRAGE

Workshop:

Zu diesem Projekt wird im Schuljahr 11/12 ein musiktheaterpädagogisches Projekt am Lise-Meitner Gymnasium in Böblingen stattfinden. Die Regisseurin Mira Ebert und der Musiker Christian Zech als Pädagogen von indieoper! e.V. sowie die Fachschaft Musik des Gymnasiums werden die Schülerinnen und Schüler bei einer eigenen Erforschung des Stoffes und seiner musikalischen Umsetzung begleiten. Sie werden Zeuge sein bei der Entstehung einer neuen Oper, sie werden selbst improvisieren und sich mit dem Komponisten gemeinsam auf die Suche nach tragfähigen Verbindungen von Text und Musik, Sprachklang und Instrumentalklang machen.
Nähere Informationen zur Oper und dem musikpädagogischen Projekt erhalten Sie gerne bei uns oder bei www.indieoper.de.

Zur Besetzung

 

Walther Soyka: Das kleine Gespenst

Musiktheater für Kinder nach dem gleichnamigen Buch von Otfried Preußler
Libretto: Bernhard Studlar

Das kleine Nachtgespenst auf Burg Eulenstein wacht stets pünktlich um Mitternacht auf. Es ist gerne ein Gespenst und liebt es im alten Gemäuer mit den Schlüsseln zu rasseln und sein Unwesen zu treiben. Aber einsam ist es halt, nachts so alleine im Schloss. Wie gerne würde das kleine Gespenst die Welt nur einmal bei Tag erleben. Als der Bürgermeister die kaputte Rathausuhr repariert, unterläuft ihm ein kleiner Fehler, der dazu führt, dass die Mitternacht ausnahmsweise schon um 12 Uhr mittags beginnt. Als das kleine Gespenst mitten am sonnigen Tag erwacht stürzt es sich hocherfreut sofort ins Abenteuer. Aber so ein Gespenst, das plötzlich sichtbar wird, kann das Leben einer Kleinstadt ganz schön durcheinander bringen - und nicht alle reagieren darauf so verständnisvoll wie die beiden Geschwister Jutta und Günther. Als das kleine Gespenst auch noch einen gespenstischen Sonnenbrand bekommt, müssen sich Jutta und Günther schnell etwas einfallen lassen.
Bernhard Studlar bleibt der beliebten Vorlage treu und verleiht ihr zugleich eine neue stilistische Qualität: Seine klingenden, rhythmischen Dialoge lassen der Musik Raum und nehmen sie zugleich in sich auf. Seine charmanten Figuren nähert er sehr behutsam der Gegenwart an, ohne dabei ihre Zeitlosigkeit aufzugeben.
"Das Theremin steht ständig in Verbindung mit dem Gespenst. Es muss für Kinder faszinierend und gespenstisch sein, zu sehen wie Klänge berührungslos entstehen, ein Art Tanz ist das, wenn auch nur mit dem Händen. Deshalb wird das Theremin alleine beginnen." (Walther Soyka)

Empfohlen ab 5 Jahren / UA: Oper Graz in Kooperation mit der Taschenoper Wien, 2011 (Regie: Jewgenj Sitochin
MATERIAL ERHÄLTLICH AB 03/2012

 

Jakob Vinje: Prinzessin Anna oder Wie man einen Helden findet

Kinderoper nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Susann Opel-Götz / Libretto: Wolfgang Adenberg

"Kein Schwert!
Kein Gold!
Kein Pferd!
Bist du überhaupt ein Held?"

Als der alte König in Rente geht, bekommt Prinzessin Annabel von ihm das halbe Königreich. Wieso nur das halbe?, fragt Annabel empört, denn sie ist es gewöhnt, stets das Ganze vom Besten, Größten und Schönsten zu bekommen! Doch so und nicht anders wird es bestimmt: die zweite Hälfte ist nämlich für den Helden gedacht, der sie retten und heiraten wird. Doch Annabel will keinen Helden! Nie und nimmer. Eventuell ein ganz klein wenig? Aber es kommt überhaupt keiner, nicht der kleinste Held. Weder Erbsenbrei noch Zwerge oder Froschküsse zaubern ihn herbei. Annabel fühlt sich selbst plötzlich ganz halbiert. Da entdeckt sie den Puppenspieler Jakob auf der Schlosswiese. Ob er vielleicht das Zeug zu einem echten Helden hat?
Zu Wolfgang Adenbergs temporeichem und kurzweiligem Libretto hat Jakob Vinje eine abwechslungsreiche und agile Musik erfunden. Insbesondere die Gesangslinien sind sehr virtuos gehalten und entsprechen dem Charme des Textes kongenial. Die in sich reich differenzierte gestische Qualität der Musik lässt dabei die einzelnen Charaktere und die Situationen, in die sie geraten, plastisch hervortreten.

Empfohlen ab 6 Jahren, UA: Theater Nordhausen 2011 (Regie: Bianca Sue Henne)

Zur Besetzung

Ivan Eröd: Pünktchen und Anton

Foto: Staatsoper Wien

Kindertheater nach dem gleichnamigen Buch von Erich Kästner
Libretto: Thomas Höft

Die Wiener Staatsoper vergab für eine neue Produktion im Opernzelt einen Kompositionsauftrag an Ivan Eröd (www.ivan-eroed.at). Zusammen mit Thomas Höft (Libretto) vertonte er Erich Kästners Roman ?Pünktchen und Anton?. Dabei folgten die Autoren dem ?klassische? Aufbau der Oper: In kleinen Arien, Versform und Orchesterklängen kann sich der zeitlose Charme der Vorlage wunderbar erweisen.
www.staatsoper.at