Suchen & Finden
Sie können Teile des Titels oder des Autorennamens eingeben.
Weitere Suchoptionen finden Sie in unserer » Detailsuche.
Theater mit Musik
Otfried Preußler: Die dumme Augustine - mit Musik
Musik: Christoph Iacono / neu bearbeitet von Stefan Schroeder
Der dumme August ist ein Star in der Manege, das Publikum liebt seine akrobatischen Späße. Und auch zuhause ist sein Leben eine wahre Freude: Die dumme Augustine hält den Zirkuswagen schön sauber und die drei Kinder gedeihen prächtig. Der dumme August könnte sich kein besseres Leben vorstellen! Die dumme Augustine kann das hingegen sehr wohl: Während August allabendlich zur Arbeit geht, träumt sie davon, endlich auch mal im Licht der Scheinwerfer stehen zu dürfen. Als der dumme August schreckliche Zahnschmerzen bekommt und seinen Auftritt deshalb verpasst, springt die dumme Augustine kurzentschlossen für ihn ein. Die Kinder drücken fest die Daumen, der Direktor wird gar nicht erst gefragt, schon dreht Augustine eine Runde nach der anderen, zaubert, scherzt und bekommt tosenden Applaus dafür.
Ein Stück über das, was wir aus unserem Leben gerne machen würden - und darüber, wie wir unsere Träume Wirklichkeit werden lassen können. In kleinen Solopartien und Ensemblestücke erzählen die Figuren von ihren Plänen, ihren Talenten. Sie singen auch davon, dass es manchmal schwer sein kann, im täglichen Leben das eigene Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die dumme Augustine macht es uns vor.
"Eine Zirkusmusik, die mit kleinen Motiven und Phrasen jongliert und daraus einen tänzerischen Spaß macht. Nicht, um atemberaubende Akrobatik vorzuführen, sondern um lustig-elegant und mit Leichtigkeit in einer kleinen Ton-Manege herumzuwirbeln. Dahinter steckt meist ein verschmitztes, lachendes, manchmal aber auch ein trauriges, weinendes Auge. Und natürlich ist alles hin und wieder auch ein wenig tollpatschig oder schräg, eben ganz so wie ein richtiger Clown...
Der Schwierigkeitsgrad liegt ganz genau im mittleren Mittelfeld - und mit ein wenig Übung sollte die Musik für alle ambitionierten Artisten, Ton-Beschwörer und Musik-Dompteure zu erlernen
sein." (Christoph Iacono)
Frei zur UA
Zur Besetzung
Ulrich Penquitt: 13 Minuten - Hitlerattentäter Johann Georg Elser
Mit Theatermusik von Clemens Nachtmann
"Bereits im Herbst 1938 entschließt sich der Schreiner Johann Georg Elser, die nationalsozialistische Führung ? Hitler, Göring und Goebbels ? zu töten. Er will so den drohenden Krieg verhindern. Elser weiß, dass Hitler regelmäßig am 8. November zum Jahrestag seines Putschversuches von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller spricht. Elser verschafft sich Zugang zum Veranstaltungsort und stellt fest, dass der Saal nicht bewacht ist. In wochenlanger Arbeit präpariert er dort ein Jahr später eine tragende Säule des Veranstaltungssaales für die Aufnahme eines Sprengkörpers. Hitler verlässt am 8. November 1939 unerwartet nur wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal und entkommt so dem Anschlag." (Quelle: www.georg-elser.de)
Johann Georg Elser ist heute weit weniger bekannt als die Attentäter des 20. Juli. Denn Elser ist ein unbequemer Attentäter. Er war der 'einfache Mann' aus dem Volk, ohne große Bildung, ohne tiefe Einblicke in die Pläne der nationalsozialistischen Führung. Doch er war sich bewusst, dass diese Pläne unweigerlich zum Krieg führen werden. Seine Tat widerlegt damit das gerne bemühte 'Man habe doch von nichts wissen können'. Ein einfacher Kunstschreiner wusste genug, um mit dem ganzen Mut eines zum besseren Leben entschlossenen Individuums die logische und naheliegende Konsequenz aus diesem Wissen zu ziehen: dass er Hitler und seine Gewährsmänner töten muss. Wäre das Attentat gelungen, hätte es die Welt verändert. Johann Georg Elser wurde am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im Konzentrationslager Dachau ermordet.Ulrich Penquitt zeichnet in seinem Stücktext nach, was in Elser in den letzten Stunden vor dem Attentat vorgegangen sein mag. Elser schwankt zwischen Überzeugung und Gewissensbissen, zwischen der Sehnsucht, doch wieder ein ganz normales Leben an der Seite seiner Elsa führen zu können, und der Gewissheit, dass es dieses Leben unter Hitler nicht mehr wird geben können. Er ist ein einsamer Mann, der uns die alles entscheidende Frage hinterließ: "Was kann ein Einzelner also tun?" Und die Antwort: "Alles!"
Zu diesem Stück wird ab dem Sommer 2012 eine Komposition für Zither und Zuspielung von Clemens Nachtmann erhältlich sein:
Johann Georg Elser war ein leidenschaftlicher Zitherspieler. Noch während seiner Einzelhaft im KZ Sachsenhausen durfte er sich eine Zither bauen, die er auch nach seiner Überführung ins KZ Dachau mitnehmen konnte. Nach dem Zeugnis eines seiner Bewacher spielte er besonders gerne das Lied "Ich hab im Herzen drin ein Stückerl altes Wien". Das Stück für Zither und elektronische Zuspielung "Elser in Dachau" (Arbeitstitel) nimmt dieses Lied zum Ausgangspunkt, um mit ungewöhnlichen Zitherklängen die Situation eines Menschen zu reflektieren, dem es fast gelungen wäre, die nationalsozialistische Führungsclique auszulöschen und der nach dem Scheitern seiner Tat in völliger Isolation von der Außenwelt und den übrigen Gefangenen sich nur noch seinem Instrument anvertrauen kann.
Martin Zels: morendo oder Das Vergehen des Don Carlo Gesualdo
In einer Zeit, in der die barocke Mode schon machtvoll in der musikalischen Welt Italiens Einzug hielt, komponierte Carlo Gesualdo (1566-1613) noch immer im alten Stil der Renaissance, reizte aber darin seine Technik in kontrapunktischer und textlicher Hinsicht so weit aus, dass man sich beim Hören nicht selten an die klassische Moderne des 20. Jahrhunderts erinnert fühlt.
Doch Gesualdo fasziniert uns nicht nur durch seine gewagte und überirdisch schöne Musik, sondern als Verbrecher aus Leidenschaft. Nie wollte er etwas anderes machen als Musik. Und musste doch per Gesetz plötzlich sein, was er nicht wollte und nicht sein konnte: Fürst. Er heiratet, zeugt einen Thronfolger, versucht mehr schlecht als recht die Geschäfte zu führen. Und verzweifelt immer mehr daran, dass ihm für seine Musik keine Zeit bleibt. Als ihn seine Frau betrügt und ihn damit zum Gespött der Stadt macht, bricht seine mühsam zur Schau gestellte Fassade zusammen: Vom Wahnsinn getrieben tötet er sie und den vermeintlichen Liebhaber kaltblütig und verlangt von der Kammerdienerin auch den Sohn zu töten. „Wir sind, wer wir sein wollen“ ist der zentrale Satz dieses Stückes, das einen Menschen zeigt, der es nicht schafft, zu sein, wer er sein will und der daran so irre wird, dass er sich aus allen menschlichen Bezügen heraussetzt. In einer freien Phantasie über die historische Tragödie gelingt es Martin Zels die bis heute aktuelle Gratwanderung zwischen Sozialität und Individualismus, zwischen Willensfreiheit und Verantwortung präsent und atmosphärisch darzustellen. Gesualdos Lust an seiner eigenen Kreativtät kann uns dabei trotz seines menschlichen Scheiterns einen Weg weisen auf der Suche nach denjenigen, die wir sein wollen.
Die obligate Verwendung eines mehrstimmigen acapella Gesangs verschafft dabei atmosphärische Dichte und groß Nähe zur Innen- und Außenwelt des verzweifelten Carlo Gesualdo.
Frei zur UA
Zur Besetzung