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Herzlichen Glückwunsch, Kirsten Boie!
In diesem Jahr darf Kirsten Boie ihren 60. Geburstag feiern und zugleich ein rundes Schriftstellerinnenjubiläum: Vor genau 25 Jahren erschien im Verlag Friedrich Oetinger ihr Debüt "Paule ist ein Glücksgriff". Seitdem hat die Hamburger Autorin fast 100 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises sowie dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. ausgezeichnet. Kirsten Boie setzt sich mit großem Engagement für die Leseförderung ein und hat eine Vielzahl von Initiativen und Projekten unterstützt und ins Leben gerufen.
Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: "Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht."
Wir wünschen Kirsten Boie und uns, dass diese Aufregung noch lange anhält. Herzlichen Glückwunsch!
Als Theaterstücke sind bislang erschienen:
Der kleine Ritter Trenk, für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig (6+)
Prinzessin Rosenblüte oder Die Prinzessin auf dem Fahradständer (5+)
Kerle mieten, für die Bühne bearbeitet von Stefan Schroeder (12+ / besonders geeignet für Jugendclubs und Schultheater)
Weitere Informationen über Kirsten Boie auf www.kirsten-boie.de
Neu im jungen theater
Martin Baltscheit: Die besseren Wälder
ab 14 Jahren / 2 D – 3 H
aufgenommen in den Stückepool von Kaas & Kappes 2010
Ferdinand ist ein Wolf, der bei den Schafen aufwächst. Was ist er also? Ein Wolf im Schafspelz, ein Schaf mit Wolfsfell?
Er springt über Zäune, das tun Schafe nicht. Es ist nicht richtig. Und das war schon immer so. Er singt schöner als alle anderen das "Schafe Maria". So ist es richtig, das hat Tradition!
Wer also ist Ferdinand?
Als seine Freundin tot aufgefunden wird, gerät er unter Verdacht. Ein Wolf ist und bleibt ein Wolf. Das Töten liegt ihm im Blut, das weiß man doch. Das war schon immer so. Ferdinand flieht. Er flieht zu den Wölfen. Er will einer von ihnen werden. Aber die klugen Wölfe wollen verdammt gerne 'Schafe' sein: warme Heizdecken, schicke Kleider, Krankenversicherung... Dass ihr Leben hart ist, machen sie zur Tugend, zur Tradition. So ist es halt.
Eine Gans, die behauptet, ein Fuchs zu sein; und ein Bär, der eine Biene ist: In der Selbstverständlichkeit, mit der sie sind, wer sie sein wollen, bleiben sie die wahrhaft Vernunftbegabten in Martin Baltscheits Stück.
Denn Vieles wird heute gerne über die sogenannte "Natur" gesagt, über das "So bin ich halt". Und zu selten wird gefragt: Warum soll ich so sein? Und warum denn kann es keine Welt ohne Zäune geben mit Heizdecken für alle: 'Allen nach ihren Bedürfnissen, alle nach ihren Fähigkeiten' (Karl Marx).
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