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Astrid Lindgren

Astrid Lindgren

„Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich eigentlich alles.“

(“Lotta kann fast alles“)

Am 14. November 1907 wird Astrid Anna Emilia Ericsson auf Näs bei Vimmerby im schwedischen Småland geboren. Für ihre mehr als siebzig Bilder-, Kinder- und Jugendbücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Viele ihrer Bücher wurden in über 80 Sprachen übersetzt und werden auf der ganzen Welt gelesen. Astrid Lindgren starb im Jahr 2002 im Alter von 94 Jahren.

"Es ist nicht leicht ein Kind zu sein, las ich kürzlich in einer Zeitung, und ich war perplex, denn es passiert ja nicht jeden Tag, dass man etwas in der Zeitung liest, das wirklich wahr ist. Da spricht ein Revolutionär!" In all ihren Büchern und Texten hat Astrid Lindgren die Kinder stets auf diese Weise wahrgenommen: Sie anerkannte ihre Nöte und Bedürfnisse. Und ebenso ernst nahm sie die Freude der Kinder am phantastischen Träumen und Spielen.

Ihre literarischen Heldinnen und Helden sind selbstbewusst und mutig, kreativ, mitfühlend und sozial, eigensinnig, rechthaberisch und fabelhaft stark. Und während sie vordergründig oftmals nur erheitern sollen, geht es in den Geschichten von Astrid Lindgren doch immer um die 'großen Themen’: um Leben und Tod, richtige und falsche Entscheidungen und immer darum "ein Mensch zu sein“. Und es vor allen Dingen zu bleiben:

"Wenn ich mit der Figur der Pippi überhaupt eine andere Absicht hatte, als meine jungen Leser zu amüsieren, so war es das – ihnen zu zeigen, dass man Macht haben kann, ohne sie zu missbrauchen, denn von allen Kunststücken im Leben ist dies deutlich das allerschwerste.“

Astrid Lindgren ging lange vor der Kinderliteratur der 70er Jahre von der gesellschaftlichen Wirklichkeit aus und beschrieb sie als genau das, was sie für viele Kinder leider noch immer zu oft ist: geprägt von Einsamkeit und Ängsten, von unzulänglicher Integration. Dagegen setzt die große Erzählerin Astrid Lindgren die Vision eines erreichbaren Bullerbü und die Poesie ihrer Märchen, in denen das "schwärzeste Schwarz und das weißeste Weiß“ gegeneinander antreten. Ihre Geschichten enden immer in Schönheit, in der die Traurigkeit der Welt noch spürbar aber aufgehoben ist, in einer blühenden Linde, in Kirschgärten, dem Rosengarten des Königs, dem Tal der Apfelblüten.

Während sie die Kinder stärken wollte, hat sie nebenbei die Erwachsenen erzogen. Ginge es nach Astrid Lindgren, wären alle Erwachsenen wie Mattis und Borka, die schlussendlich einsichtigen Väter von Ronja und Birk: "Heutzutage hat man bei seinen Kindern nichts mehr zu melden. Die machen, was sie wollen. Damit muss man sich abfinden. Leicht ist es aber nicht.“

Astrid Lindgrens Utopien von einem besseren Zusammenleben und von einer sozialen Welt, an der alle Menschen gleichermaßen teilhaben können, sind bis heute aktuell geblieben und ihre Verwirklichung ist wünschenswerter denn je. Ihre Geschichten und Theaterstücke können Kindern (und Erwachsenen) helfen, sich zuzutrauen, eigentlich alles zu können – auf der Bühne und im Leben.

Am 14. November 2007 wäre die Grande Dame der Kinderliteratur 100 Jahre alt geworden.

 

(c) Foto: Roine Karlsson

 

 

www.astrid-lindgren.de

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