Verlag für Kindertheater

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05.11.2021
Uraufführung

Judith Burger: Gertrude Grenzenlos

„Gertrude – wer heißt denn schon Gertrude?“, fragt sich Ina, als die Lehrerin eines Morgens die neue Mitschülerin der Klasse vorstellt und neben ihr platziert. Gertrude trägt Westklamotten, hat ein umwerfendes Lächeln und ist nach einer Dichterin benannt, die in den USA gelebt hat.

Ina ist hingerissen, zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie eine allerbeste Freundin gefunden! Doch Gertrude ist auch deshalb anders, weil ihr Vater Schriftsteller ist und die Familie einen Ausreiseantrag gestellt hat. Damit sind sie in den späten 70er-Jahren der DDR Staatsfeinde. Nicht nur die Lehrer sind gegen diese Freundschaft der beiden Mädchen, auch Inas Mutter macht sich große Sorgen. Ina will sich nicht damit abfinden, dass ihr der Umgang mit Gertrude verboten sein soll. Die Mädchen schmieden einen Plan, wie sie das System mit seinen eigenen Waffen schlagen können. In subversiver Absicht, aber durch besonders linientreue Aktionen soll Gertrude zur Musterschülerin gemach twerden! Der Plan geht gründlich schief, doch die Erwachsenen und Mitschüler sind gezwungen, Haltungzu zeigen, im Guten wie im Schlechten.

Judith Burger zeichnet einen berührenden Kampf gegen Windmühlen. Am Ende steht nicht die Revolution, sondern die unausweichliche Trennung. Aber nichts wird mehr so sein wie zuvor. Denn zwei Mädchen haben die Hymne des Landes wahr werden lassen, gründlich gegen den Strich: "Deutsche Jugend, bestes Streben/unsres Volks in dir vereint."