Verlag für Kindertheater

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19.11.2021
100. Geburtstag

Max Kruse

Zum Geburtstag präsentieren wir das Urmel aus dem Eis in einer neuen Bühnenbearbeitung von Susanne Lütje

"Nein, man kann an Max Kruse nicht erinnern, ohne immer wieder auf das Urmel zu kommen. Leuchten doch in den Geschichten um den Dino und seine Gefährten all die Dinge auf, die den Schriftsteller und Menschen Max Kruse ausmachten: die Wissbegierde des Urmel, die Melancholie des See-lefanten und die Lebensfreude und Toleranz, die das Leben der Bewohner auf der kleinen Insel Titiwu prägen." (Birgit Müller-Bardorf, Augsburger Allgemeine)

Max Kruse, der große Wortspieler und Meister einer "Literatur der Entschrecklichung" (Süddeutsche Zeitung) hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert.

"Wenn ein Löwe brüllt, dann zittert die Erde, die Tiere erstarren, und eine Schrecksekunde beginnt sich unaufhaltsam auszudehnen. So kann es sein, so muss es aber nicht sein. Es kann auch ein Zauberer kommen und den Löwen mit seinem Stab berühren. Gut möglich, dass der Löwe dann sanft lächelt - und Pfötchen gibt. Die Literatur, in der es so etwas gibt, könnte man die Literatur der Entschrecklichung nennen (...) und ihr Zauberstab ist das Sprachspiel. Sie ist das moderne Erbe der Sprachmagie, die in den Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, Menschen und Dinge verzauberte. Ein ganz Großer auf dem Gebiet der Entschrecklichungsliteratur war Max Kruse."
(Süddeutsche Zeitung, 07.09.2015)

In Zeiten, in denen schon den Kindern die Schrecken der Welt in immer düstereren Farben vorgezeichnet werden (seien es Klimawandel oder Kriege, Krankheiten oder Krisen) tut "Entschrecklichung" dringend Not. Das Theater kann den Zauberstab schwingen und Kindern Stunden schenken, in denen ihr Wünschen wieder hilft und Zauber sich legen darf auf die Welt. Gönnen wir den Kindern das Vergnügen an den schier unerschöpflichen Sprachwitzen von Max Kruse und an seiner großen Erfindungsgabe. 

Max Kruse wurde am 19. November 1921 in Bad Kösen an der Saale geboren. Seine Mutter war die berühmte Puppenschöpferin Käthe Kruse. Da Max Kruse schon immer Schriftsteller werden wollte, übergab er die Firma seiner Mutter, die er nach dem Krieg wieder aufgebaut hatte, an seine Schwester und zog nach München. Dort arbeitete er zunächst als Werbetexter, bald aber schon als freier, vielfach ausgezeichneter und erfolgreicher Schriftsteller. Max Kruse starb am 4. September 2015.