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Heinrich, Finn-Ole

Räuberhände

Für die Bühne bearbeitet von Michael Müller

Janik und Samuel sind Freunde fürs Leben, sie sind wie Brüder. Das Abi haben sie in der Tasche und das Leben vor sich: In diesem Sommer scheint ihnen alles möglich zu sein, das Leben ist ein offenes Buch. Doch dann lässt sich Janik auf dem Straßenfest mit Samuels Mutter ein und alle Illusionen zerbrechen in jenem kurzen Augenblick als Samuel die beiden erwischt.
Janiks Eltern haben Samuel quasi adoptiert, denn seine Mutter Irene ist eine Trinkerin, eine Pennerin. Sie ist das genaue Gegenteil von Janiks Akademikerfamilie mit dem unerträglich tadellosen Umgangston. Irene zog Janik deshalb immer schon an; sie war fremd, interessant und unter ihrer zerstörten Fassade lag die Schönheit eines wilden Lebens. Irene war Janiks Sinnbild einer Rebellion, zu der er eigentlich keinen Grund hatte und die er sich um so mehr ersehnte.
Um ihre Freundschaft zu retten, fliegen Janik und Samuel nach Istanbul. Samuel ist sich ganz sicher, dass sein unbekannter Vater Türke war und er in der Türkei nicht nur den Vater, sondern auch sich selbst finden wird. Janik folgt ihm auf seinen suchenden Wegen, beschützt ihn und pflegt ihn als er krank wird. Er will, dass alles so wird wie früher, dass sie wieder ein unzertrennbar werden. Aber am Ende der Reise stehen sie vor zwei unterschiedlichen Wegen in die Zukunft: Nichts ist mehr wie zuvor und doch ist nichts verloren.
Finn-Ole Heinrichs Romandebut „Räuberhände" erschien 2007 im mairisch Verlag und wurde von der Presse hochgelobt: „Heinrichs Erzählweise hat etwas, was man wenigen jungen Schriftstellern heutzutage bescheinigen kann. Sie hat einen eigenen Ton. (...) Weil ein ganz normaler Junge erzählen darf, wie sich das Erwachsenwerden anfühlt. Auf etwas mehr als 200 Seiten Coming-of-Age-Geschichte, die weder einen Schnodderton noch zu groß geratene Tragik benötigt, um das einzufangen, was jeder Jugendliche kennt: die Suche nach der Identität. Heinrich begegnet ihr mit ungeheurem Einfühlungsvermögen. Vielleicht ist das altmodisch. Aber vielleicht hat genau das der jungen deutschen Literatur gefehlt." (Sebastian Reier, Die Zeit)


Bearbeitung: Müller, Michael
Besetzung: 2 Herr(en),
Alter: empfohlen ab 16
Uraufführung: Thalia Theater Hamburg, 16.08.2013 (Regie: Anne Lenk)

Textbuch:

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