Uraufführung: "Gummi-T." von Ole Lund Kirkegaard
In einer Bearbeitung von Gero Vierhuff (nach dem Buch "Gummi-Tarzan")
Regie und Produktion: Gero Vierhuff
Wie sollte ein richtiger Junge sein? Groß und stark, mit vielen Muskeln, großer Klappe und ohne Furcht? Ein richtiger Tarzan eben, der sich locker von Ast zu Ast schwingen kann?
So ist Ivan Olsen ganz und gar nicht. Ivan ist schmächtig und schüchtern. Er will auch nicht auf Bäume klettern, wie sein Vater es von einem 'richtigen Sohn' erwarten würde. Er kann nicht gut lesen und schon gar nicht weitspucken. Und so beginnt sein Tag meistens mit einer peinlichen Portion Hosenwasser, das ihm die großen Jungs im Schulklo verpassen. Doch eines Tages trifft Ivan eine richtige Hexe, die ihm einen Wunsch erfüllt: Einen Tag lang soll Ivan alles können, was ihm sonst nicht gelingt. Und diesen Tag genießt Ivan in vollen Zügen - er liest vor der Klasse aus dem größten Buch der Welt, spuckt weiter als alle anderen, gewinnt ein Fahrradrennen und schießt sogar das entscheidende Tor bei einem professionellen Fußballspiel. Vor allem kann er seinem Vater mal so richtig zeigen, wie es ist, wenn man ständig zu etwas gezwungen wird, vor dem man Angst hat. Doch als Ivan am nächsten Tag aufwacht, ist leider alles wieder ganz genau wie vorher - und natürlich warten am Schultor schon die großen Jungs auf ihn.
"Gummi-T." ist ein Stück über Rollenbilder, vor allem über ein Männlickeitsideal, das für Jungs wie Ivan keinen Raum lässt. Es gibt kein kitschiges Happy-End für Ivan - weder haben die großen Jungs etwas dazugelernt noch Ivans Vater, der gleich ein neues Buch - "Die Rückkehr von Tarzan" - mit nach Hause bringt. Ivan selbst aber hat einen Tag lang erlebt, wie es ist, alles zu können. Das wird er ebensowenig vergessen wie das Hosenwasser; und so bleibt zu hoffen, dass Ivan seinen ganz eigenen Weg finden kann, auch ohne Ideale und Idole. Denn keiner ist doch wie der andere.
In Dänemark gilt das Kinderbuch "Gummi-Tarzan" als moderner Klassiker und wurde 1981 verfilmt.
Heidelberger Stückemarkt 2012:
Katja Hensels Stück "[önf] - Womit keine Zahl rechnet" (für Kinder ab 6) gewinnt den Publikumspreis!
Katja Hensel erhielt die meisten Stimmen des Publikums, das in geheimer Wahl abstimmen durfte. Nominiert für den Publikumspreis waren drei ägyptische und sieben deutschsprachige Stücke. Der Preis ist mit 2500,-- EUR dotiert und wird vom Freundeskreis des Theater und Orchester Heidelberg gestiftet.
"Und dann wäre da noch Önf. Önf bricht plötzlich in das geordnete Wertegefüge ein, das die Ordnung der Dinge so unumstößlich zementiert und sorgt für Verwirrung und einen kurzen befreienden Moment der Anarchie. "Önf" steht in Katja Hensels gleichnamigen und hinreißend leichtfüßigen Stück plötzlich auf der Matte des Hauses, in dem die Zahlen wohnen, und behauptet, ebenfalls eine Zahl zu sein. Das Wertegefüge, die Relationen und Ordnungen der Zahlen geraten aus den Fugen. Denn was für einen Wert Önf verkörpert, das weiß man nicht. Und so purzeln die Werte durcheinander, kommt die zementierte, nur noch in ökonomischen Kategorien denkende Welt kurz aus dem Takt. Ein Stück für Kinder ab sechs, heißt es. Aber man sollte die Erwachsenen nicht unterschätzen. Auch sie brauchen Stücke wie dieses, das die Schwere der Welt auf einmal ganz leicht zu nehmen versteht. Und so hat das Heidelberger Zuschauervolk Katja Hensel auch den Publikumspreis zuerkannt." (Esther Slevogt, auf: http://heidelberger-stueckemarkt.nachtkritik.de )
Video-Interview und Stückvorstellung auf Nachtkritik:
http://www.heidelberger-stueckemarkt.nachtkritik.de/index.php/autorenwettbewerb/katja-hensel
"Nur ein Tag / Only A Day" von Martin Baltscheit bei NEW VISIONS/NEW VOICES in Washington D.C.
Im Rahmen des "12th Biennial Workshop of New Plays & Musicals for Young Audiences" wird eine szenische Darbietung von "Nur ein Tag" / "Only a Day" erarbeitet werden. Der Workshop findet statt vom 14.-20. Mai 2012 im Kennedy Center for Performing Arts.
Der Autor und Übersetzer David Henry Wilson ("Jeremy James") hat Martin Baltscheits Stück ins Englische übertragen.
Weitere Informationen auf:
http://www.kennedy-center.org/education/nvnv.html
"Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen" von James Krüss
Mit dem Lachen verkauft man die innere Freiheit. Das lernt Timm schnell, nachdem er leichtfertig mit dem Baron Lefuet einen Vertrag geschlossen hat: im Tausch gegen sein Lachen lässt ihn der teuflische Baron jede Wette gewinnen. Bald schon erkennt Timm, wie schlecht seine Wahl war. Nach einem langen Weg, helfen ihm seine Freunde dabei, zum allerletzten Mal um das Richtige zu wetten.
Aktuelle Auffühung am Theater der Altmark, Stendal; Theater der jungen Welt, Leizpig; Theater an der Parkaue, Berlin
2013 am Theater Junge Generation, Dresden
Ansichtsmaterial per E-Mail bestellen.
Foto: Jubiläumsausstellung zum 50. Geburtstag des Romans im "James Krüss-Museum" auf Helgoland, (c) Marika Richters
"Die große Wörterfabrik" von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo - Uraufführung
theater fayoum in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf und dem FITZ Stuttgart
Im Land der großen Wörterfabrik werden die Wörter industriell gefertigt und verlassen als teure Waren die Fabrikhallen. Und weil leider nicht alle Menschen das nötige Geld haben, um sich wortreiche Sätze oder gar Geschichten zu kaufen, wird in diesem Land überhaupt sehr wenig gesprochen. Wer gar kein Geld hat, der durchsucht die Abfalleimer nach weggeworfenen Wörtern. Aber natürlich findet sich dort nur Wertloses wie "Hundekacka" oder "Hasenpipi". Auch im Schlussverkauf sieht es nicht viel besser aus: Denn wann kann man schon "Bauchredner" oder "Zierhasel" gebrauchen? Manchmal fliegen ein paar Wörter durch die Luft und die Kinder fangen sie mit Schmetterlingsnetzen. Auf diese Weise hat Paul "Kirsche", "Staub" und "Stuhl" gefangen. Drei Wörter, die er Marie zum Geburtstag schenken will. Eigentlich würde er ihr gerne sagen, dass er sie sehr lieb hat, aber dafür hat er leider nicht genug im Sparschwein. Dumm nur, dass auch Oskar in Marie verliebt ist! Denn Oskars Papa hat schrecklich viel Geld und daher kann Oskar Marie auch eine famose Liebeserklärung mit mehreren ganzen Sätzen machen – die kostet ein Vermögen. Niederschmetternd! Doch Paul nimmt seinen ganzen Mut zusammen und flüstert Marie seine drei kleinen Wörter zu. Marie hat gar keine Wörter, aber sie gibt Paul einen sanften Kuss auf die Wange.
Eine Geschichte, die sehr poetisch davon erzählt, wie wir Sprache und Wörter gebrauchen, wie wir mit ihrer Hilfe im zwischenmenschlichen Dialog Sinn stiften und bilden können. Obgleich die Bezeichnungen an sich willkürlich sind, gewinnen sie Bedeutung, wenn wir sie interagierend auf eine Sache beziehen oder mit ihnen ein Gefühl verbinden wollen. Dann können wir unser Gegenüber auf fast magische Art bewegen und erreichen und dann können wir sogar mit "Kirsche", "Staub" und "Stuhl" den ganzen Raum zwischen uns und unserem Gegenüber füllen: "Wer liebt, kann zaubern." (DIE ZEIT)
Uraufführung am FFT Düsseldorf, 21.04.2012, 16 Uhr
Informationen unter www.theateroase.de
"He - Sie da!"
Geschenke für den Hotzenplotz
Am 15. September 2012 wird der Räuber Hotzenplotz 50 Jahre jung!
Alle Theater, auch die schulischen Spielgruppen und die Amateure, die genau an seinem Geburstag den Hotzenplotz auf die Bühne bringen, bekommen als Geburtstagsgeschenk vom Thienemann Verlag eine reichhaltige Bücherspende.
Also: schärfen Sie jetzt schon die Messer und laden Sie Pfeffer nach!





